Freitag, 13. Juli 2007

Libro, DRM und /dev/mirror

Wie manche Firmen mit Kundenbeschwerden umgehen ist wohl bekannt, und diese Problematik gibt es schon lange - dafür muss heute oft noch das Salzamt herhalten.
Libro hat nun eine moderne Möglichkeit genutzt Kundenbeschwerden los zu werden.

Um Werbung zu betreiben für Ihr neues Musik Download Portal (http://musicdownload.libro.at) verschenkte Libro den Gratissong "Lebe lauter" von Christina Stürmer. Nomalerweise muss man 1.29 Euro dafür bezahlten, im Zuge dieses Werbefeldzug gab es den Song um 0 Euro.
Um an das Lied zu kommen ist ein Registrierung auf http://musicdownload.libro.at notwendig.
Natürlich ist der Song DRM geschützt und ich konnte ihn unter Linux nicht abspielen.
Vermutlich gibt es Möglichkeiten diesen Schutz zu knacken, doch ich lehne prinzipiell Songs ab die DRM geschützt sind und möchte auch nicht unnötig Zeit dafür investieren diesen Schutz zu umgehen. Auf dem Musik-Download-Portal von Libro gibt es nun die Möglichkeit mit Libro in Kontakt zu treten.
Ich nutzte nun diese Möglichkeit um Libro meinen Unmut über DRM mitzuteilen und um Sie aufzufordern meinen Account und meine Daten, die ich zur Registrierung auf musicdownload.libro eingegeben hatte zu löschen.
Nutzt man dieses Service auf musicdownload so wird eine Mail vom Webserver der http://musicdownload.libro.at hostet verschickt an die Email-Adresse musicdownload@libro.at.

Doch Libro hat nun eine Möglichkeit gefunden, all diese Beschwerden abzuschmettern!
Dieses Mail, das ich auf http://musicdownload.libro.at verfasst hatte, wurde jedoch an mich zurück geschickt mit folgendem Header:

This is the Postfix program at host smtp01.247base.com.

I'm sorry to have to inform you that your message could not
be delivered to one or more recipients. It's attached below.

For further assistance, please send mail to

If you do so, please include this problem report. You can
delete your own text from the attached returned message.

The Postfix program

<musicdownload@libro.at>: host proxy2.libro.at[81.5.219.214] said: 550 Denied
by policy: Sender is listed on DNS-based RBL. (in reply to MAIL FROM
command)

Final-Recipient: rfc822; musicdownload@libro.at
Action: failed
Status: 5.0.0
Diagnostic-Code: X-Postfix; host proxy2.libro.at[81.5.219.214] said: 550 Denied
by policy: Sender is listed on DNS-based RBL. (in reply to MAIL FROM
command)

Was ist hier nun passiert?
Das Postfix-Programm am Rechner smtp01.247base.com wollte nun das Mail ausliefern, was aber Rechner proxy2.libro.at verweigerte, da der Absender in einer Realtime_Blackhole_List (http://de.wikipedia.org/wiki/Realtime_Blackhole_List) geführt wird.
Auf die Hosts proxy1.libro.at und proxy2.libro.at verweist ein MX-Record, diese beiden Rechner sind also die Mailserver der Domain libro.at

Doch wer ist nun der Host smtp01.247base.com, dessen Mail vom Host proxy2.libro.at nicht angenommen wurde, weil proxy2 diesen Host in seiner Blacklist gefunden hat?

Ein whois auf 247base.com zeigt weitere Details:

$ jwhois -h whois.internic.net 247base.com

Registration Service Provided By: eNom, Inc.
Contact: info2@eNom.com

Domain name: 247base.com

Administrative Contact:
24-7 Musicshop
Martin Hansen (doms@247ms.com)
+45.36958959
Fax: +45.46903379
Vestergade 8, 1
Copenhagen, 1456
DK

Technical Contact:
24-7 Musicshop
Martin Hansen (doms@247ms.com)
+45.36958959
Fax: +45.46903379
Vestergade 8, 1
Copenhagen, 1456
DK

Registrant Contact:
24-7 Musicshop
Martin Hansen (doms@247ms.com)
+45.36958959
Fax: +45.46903379
Vestergade 8, 1
Copenhagen, 1456
DK


Vielleicht hätte ich besser Hr. Martin Hansen kontaktiert und Ihm erzählt was ich von DRM halte? Ob meine Email dann angekommen wäre? Wohl eher nicht!
Ich denke Hr. Martin Hansen und Libro haben gefunden was den *x-Betriebssystemen noch fehlt: /dev/mirror - Alles was Sie dorthin schicken, bekommen Sie postwendend unbeantwortet retour!

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